Die Geschichte der Phoenixe

Wie kommen wir eigentlich darauf, Jugendmannschaften nicht mehr 'E3' oder 'F2' zu nennen, sondern 'Phoenixe'? Um das zu erklären, muss ich etwas ausholen, denn es reicht nicht zu antworten: 'E2' ist nur ein Buchstabe und eine Zahl.

Früher war der Verfasser einfach nur Vater und sah seinen Sohn beim Spielen in der G- und F-Jugend zu. Spielen ist dabei gut ausgedrückt, denn maximal fünf Minuten Spielzeit pro Spiel, obwohl die Mannschaft schon deutlich führte, kann man so wohl nicht bezeichnen. Immer wieder ärgerte ich mich darüber und sagte mir, daß ich es an des Trainers Stelle anders machen würde. Doch ich war nicht der Trainer. Dann kam die Saison 2009/2010, das erste Training nach den Sommerferien. Ich begleitete meinen Sohn und wunderte mich, daß neben ihm nur ein weiteres Kind dort war. Mehrere Trainer, die auch da waren, wussten auch nicht, wer die Kinder trainieren soll, sie hatten alle selber schon eine Mannschaft. Also gingen wir wieder. In der nächsten Woche dasselbe Bild, nur das bereits fünf Kinder ohne Trainer dastanden. Schließlich erbarmte sich doch ein Trainer die Mannschaft vorerst zu übernehmen. Leider kümmerte er sich recht wenig, trainiert die Kinder zwar, aber das war's. Keiner erfuhr ob und wann Spiele sind und wer mitspielen sollte. Ich erklärte mich schließlich bereit, mich als Mannschaftsbetreuer um das organisatorische zu kümmern, damit sich der Trainer voll auf das Wesentliche konzentrieren konnte.

Einige Wochen später kam der Trainer auf mich zu und fragte mich, ob ich ihm bei den Trainings helfen könne und ich willigte ein. Auch als er mich später zum 'Co' beförderte war ich nicht abgeneigt. Ich war allerdings mit seiner Art und Weise mit den Kindern umzugehen (besonders bei den Spielen) nicht immer konform, daher kam mir das Angebot gelegen, den zusätzlichen zweiten Trainingstag der Woche allein zu gestalten, an dem der Trainer keine Zeit hatte. Ich probierte aus, wie ICH trainieren würde und den Kindern gefiel's! Das blieb auch der Jugendleitung nicht verborgen und man bot mir an die Mannschaft zu übernehmen und der andere Trainer könne sich voll und ganz auf die andere Mannschaft konzentrieren. Ich erbat mir Bedenkzeit bis nach der nächsten Jugendsitzung (zu der ich erstmals eingeladen war) und wollte vorher noch mit dem Trainer sprechen. Doch bei der besagten Sitzung wurde ich bereits als neuer Trainer vorgestellt, ohne das ich noch dazu kam.

Allein war das Training kaum zu meistern, mittlererweile hatte sich die Mannschaft auf 15 Kinder aufgestockt. Also fragte ich einen Bekannten, der sich auch für Fussball interessierte und gespielt hatte, ob er mir nicht helfen wolle: Andi. Zunächst geschockt, ob der Menge, Größe und 'Fähigkeiten' der Kinder, willigte er ein, das Techniktraining zu übernehmen. Im Laufe der Saison wurde er erst 'Co', dann gleichwertiger Trainer, bis ich ihm die Entscheidungsgewalt überließ, um mich wieder mehr um organisatorische Dinge zu kümmern.

Am Ende dieser (erfolgreichen) Saison musste eine schwierige Entscheidung gefällt werden: bei der eingespielten, spielstarken F-Jugend bleiben, oder mit meinem Sohn mitgehen und eine zusammen gewürfelte E-Jugend trainieren? Wir entschieden uns für die vernünftigere, weil mit weniger Terminnöten verbundene Variante und begleiteten meinen Sohn.

Zu Saisonbeginn standen wir nur mit fünf (!) Kindern in der E3 da, die eher minder als mehr talentiert waren. Doch unser offensichtlich gutes Training sprach sich rum und die Kinder brachten immer wieder Freunde mit, so daß der Kader rasch anwuchs. So stark, daß im Frühjahr entschieden werden musste: wir müssen den Kader teilen und eine weitere Mannschaft melden, damit alle spielen können. Die 'E4' war geboren. Doch wer sollte sie trainieren? Zunächst trainierte Andi die E3 und ich die E4 allein. Doch dann konnten wir im Elternkreis einen Betreuer aquirieren: Frank, der dann die E4 übernahm. Beide Teams spielten dann noch eine tolle Restsaison, die den Grundstein für die 'Phoenix-Philosophie' legte. Lies dazu auch hier.

In der neuen Spielzeit 2011/12 eine Novum für Andi und mich: wir durften uns erstmals Kinder für die neue E2 'aussuchen'. Die Übriggebliebenen würden dann Frank und der Neue, Olli, betreuen. Trotz ausschließlich Siegen in der Vorbreitung, eines Turniersieges und toller Kameradschaft in der Truppe, lief die Saison nicht und man erreichte nicht das Gewünschte. So zog man die Konsequenzen und teilte die Teams altersgleich auf, um Kontinuität herein zu bringen. Trotz des Staffel- und Pokalsieges der 2001er und den Willen der 2002er so zusammen zu bleiben und uns als Trainer zu behalten, entschied sich der Verein dagegen. Als Konsequenz daraus blieb für uns nur der Vereinswechsel zum 1.FC Freiheit und zunächst zehn Kinder gingen mit. Drei entschieden sich dann kurzfristig doch wieder zurück zu gehen und so begannen wir mit sieben Kindern einen Neuanfang. Eine D-Jugend wurde zum Spielbetrieb angemeldet. Wegen großen Zuwachses kam im Frühjahr 2013 eine E-Jugend dazu, die eine weitere Phoenix-Story ist: im Sommer konnte sie überraschend, etwas glücklich, aber nicht unverdient die Staffel und den Pokal gewinnen! Wer weiss, was die Zukunft bringt?

Kai-Uwe